Biografie Georgij Gladko
Georgij Gladko

Georgij Gladko
geb. 1942 in Rostow am Don

31.1.1942Geboren in Rostow am Don, RSFSR
28.7.1961Einberufung in die Sowjetarmee, diente in einer Einheit in Zeithain/DDR
16.6.1962Flucht, nach drei Tagen gefangengenommen
6.8.1962Verurteilung durch das Militärtribunal 77027 in Dresden zu sieben Jahren Freiheitsentzug
7.9.1962Gemeinsam mit vier Mitgefangenen Fluchtversuch aus dem Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße
15.9.1962Aufhebung des Urteils vom 6. August durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR
3.12.1962Verurteilung durch das Militärtribunal 75092 zu insgesamt 13 Jahren Lagerhaft, von denen er einige Jahre als Strafe für seine Widerständigkeit im Gefängnis von Wladimir verbrachte
19.6.1975Entlassung

Da ihm untersagt wurde, nach Rostow zurückzukehren, ließ er sich in Aksaj im Gebiet Rostow nieder, wo er in einer Ziegelei arbeitete
20.2.1997Teilweise Rehabilitierung durch das Militärkollegium des Obersten Gerichts der Russischen Föderation

Georgij Gladko schildert seinen Fluchtversuch aus dem Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße:

„In Dresden verurteilten sie mich zu sieben Jahren und brachten mich ins Durchgangsgefängnis Potsdam. Der Weitertransport zog sich hin, ich saß dort zwei Monate …

Am für die Flucht vorgesehenen Tag begann Timofejew an die Wand zu klopfen und zu schreien. Der Wächter kam, begann zu schimpfen. Der Aufseher war zwei Meter groß. Wir schlugen ihn mit dem Schemel und fesselten ihn mit Bettlaken. Wir nahmen ihm die Schlüssel ab und verließen die Zelle.

Das Gefängnis war von einem Zaun umgeben, und an den Ecken gab es Türme mit Wachposten und Türen als Durchgang in die nächste Einrichtung. Wir öffneten die Tür mit dem Schlüssel … Als wir am rechten Turm vorbeikamen, bemerkte uns der Posten und begann, aus der MP zu schießen. Wir versuchten, über den drei Meter hohen Zaun auf die andere Seite zu gelangen, aber dahinter war eine bewachte Zone. Das Gefängnis befand sich im Zentrum der Garnison. Als wir den ersten Zaun überwunden hatten, gerieten wir in den Wachbereich, wo 20 Soldaten saßen. Sie begannen zu schießen. Wir überwanden den zweiten Zaun. Ich befand mich auf dem Territorium der Besonderen Abteilung der Militärgarnison …“

Faksimile aus dem Heft, in das Georgij
Gladko 1998 seine Erinnerungen an die
Flucht niedergeschrieben hat

In der Zelle führte ich Gespräche über
das Leben in Amerika (ich liebte es, die
‚Stimme Amerikas‘ zu hören) und schlug
vor, aus dem Gefängnis abzuhauen. Von elf
Leuten in der Zelle erklärten sich fünf
mit der Flucht einverstanden.
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