Biografie Hanns-Henning Sarkamm
Hanns-Henning Sarkamm

Hanns-Henning Sarkamm
geb. 1926 in Berlin
verst. 2008

23.7.1926Geboren in Berlin
1941Aufgrund der Bombenangriffe auf Berlin wird er auf das Internatsgymnasium Paedagogicum in Bad Sachsa (Harz) geschickt
1944Während der Schulzeit Einsatz als Luftwaffenhelfer, Verwundung
1944–1945Soldat in der Wehrmacht
Jan. 1945Nach einer erneuten Verwundung wird er in ein österreichisches Lazarett eingewiesen

Das Kriegsende erlebt er in einem dänischen Lazarett
1945–1948Britische Kriegsgefangenschaft
Jan. 1948Rückkehr nach Berlin, wo er zunächst beim Special Service Entertainment der Amerikaner als Receptionist im Titania-Palast arbeitet
Mai 1948Beginn der Tätigkeit als Seelsorger für die Unitarische Kirche in Berlin
27.10.1948Verhaftung durch sowjetische Soldaten in Eberswalde bei Berlin, wo er im Auftrag der Unitarischen Kirche Kriegsgräber fotografierte

Nach einigen Tagen Untersuchungshaft in Eberswalde Verlegung in das Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße, wo er mehrere Monate gefangen gehalten wurde
Mai 1949Verurteilung zu 25 Jahren Arbeitslager im Gefängnis Potsdam-Lindenstraße wegen angeblicher Verbindung zu amerikanischen Spionagestellen

Deportation über Bautzen und Halle nach Workuta (Sowjetunion)
1949–1955Lagerhaft in Workuta
1955Verlegung in das Lager Suchobeswodnoje
Jan. 1956Entlassung über Friedland nach Berlin

Berufstätigkeit als Journalist

„In der Leistikowstraße wurde ich nicht körperlich misshandelt, aber auf eine ziemlich impertinente Weise verhört. Nämlich dergestalt, dass ein Dolmetscher hinter mir stand und auf die Fragen, die mir gestellt wurden, nach einigen Sekunden, wenn ich überlegte und mir was zurechtlegen wollte, mir einen Schlag mit irgend einem Gummiknüppel oder Sandsack verpasste – es war nicht sonderlich doll – aber doch ein nachhaltiger Schlag auf den Hinterkopf. Die Folge davon war, dass der Gedanke und die Formulierung weg waren. Eine Sache, die keine Spuren hinterließ, die aber eine besondere Form des Verhörs darstellte.“

Wir hatten im goldenen Oktober
unsere Reise angetreten
und ich hatte nicht einmal
einen Mantel mitgehabt.
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