Biografie Horst-Adolf Hennig
Horst-Adolf Hennig

Horst-Adolf Hennig
geb. 1928 in Zinten

8.3.1934Geboren in Krüssau/Sachsen-Anhalt

Besuch des Gymnasiums in Burg bei Magdeburg

Trotz wertkonservativer Erziehung im Elternhaus tritt er der FDJ bei, um das Abitur und ein späteres Studium nicht zu gefährden
23.11.1950Verhaftung des 16-Jährigen in der Schule ohne Angabe von Gründen, nachdem er für seinen Vater, der Kontakte zur KgU unterhielt, Kurierdienste nach Westberlin unternommen hatte
Ende Nov. 1950Nach einem kurzen Haftaufenthalt in Rathenow Verlegung ins Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße

Vater (Spionagevorwurf) und Mutter sind im gleichen Gefängnis inhaftiert
Jan. 1951Mehrtägiger Aufenthalt im Wasserkarzer, weil er die Unterschrift unter das Verhörprotokoll verweigert hatte

Mehrwöchige Behandlung im Krankenrevier des Gefängnisses Potsdam-Leistikowstraße wegen Nierenversagens und Nierenblutens
20.6.1951Verurteilung durch das SMT 48240 wegen angeblicher Spionage und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation zu 25 Jahren Strafarbeitslager

Aus dem engeren Familienumfeld wurden 7 Personen verurteilt, darunter Vater (Todesurteil, Vollstreckung im Sept. 1951) und Mutter (15 Jahre Straflager)
Ende Juli 1951Über Brest-Litowsk und Moskau Überstellung in ein Jugendstraflager in der Mordwinischen Republik, wo er fast 2 Jahre als einziger Deutscher zubrachte

Während der Lagerzeit nutzt er die Gelegenheit zu einer Ausbildung im Holzhandwerk, um wenigstens täglich für einige Stunden aus dem Kreis der kriminellen Mithäftlinge herauszukommen
11.10.1955Entlassung nach Westdeutschland über das Grenzdurchgangslager Friedland

Seine Mutter wird zunächst in die DDR entlassen, folgt ihrem Sohn aber bald nach Westdeutschland
1955–1958Horst-A. Hennig holt nach der Haftentlassung die Mittlere Reife nach und absolviert eine Verwaltungsausbildung

Tätigkeit als REFA-Fachmann und REFA-Ingenieur, Betriebs- und Werksleiter
1994Beginn des Ruhestandes

Er ist verheiratet und lebt heute in Heringen/Werra

„Morgens nach dem Wecken gab es 1 Stück Kastenbrot, meist sehr nass, ca. 150 Gramm, einen Becher Malzkaffee, hin und wieder, aber recht selten, ca. 10 – 20 Gramm Margarine. Mittags dann eine Schüssel Suppe: Graupen oder Fischsuppe. Und am Abend noch einmal ca. 150 Gramm Brot und einen Becher Malzkaffee, Tee oder nur heißes Wasser. Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.“

Bis auf die Unterwäsche im knöcheltiefen Wasser stehen. Jeden 2. Tag nur Wasser, totaler Essensentzug. Das Ende der Karzerzeit habe ich nicht bei Bewusstsein erlebt.
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