Biografie Sofija Jalowezkaja
Sofija Jalowezkaja

Sofija Jalowezkaja
geb. Tenzer
geb. 1926 in Winniza

19.7.1926Geboren in Winniza/Ukrainische SSR
1941Nach der Besetzung der Ukraine durch die Wehrmacht begann die Verfolgung und Deportation der jüdischen Bevölkerung. Sofija Jalowezkaja wird bei einer befreundeten Familie versteckt
14.4.1942Erschießung von 14.000 Juden außerhalb der Stadt, darunter Mutter, Geschwister und 28 Verwandte. Der Vater ist an der Front
10.6.1942Sie gerät auf dem Markt in der Stadt in eine Razzia der Deutschen und wird als Zwangsarbeiterin nach Deutschland verschleppt
1942–1945Arbeit als Zwangsarbeiterin in Rüstungsbetrieben in Speyer, Neustadt an der Weinstraße und Pirmasens
Mai 1945Transport nach Leipzig, wird von den Amerikanern an die sowjetischen Behörden übergeben

Arbeit als Bürokraft bei der sowjetischen Militärkommandantur in Brandis bei Leipzig
5.12.1945Verhaftung aufgrund einer Denunziation als „Jüdin“ und „Spionin für die USA“

Untersuchungshaft in Dresden und Potsdam

Verurteilung im Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße wegen angeblicher Spionage zu 10 Jahren Straflager
Frühling 1947Nach einem Aufenthalt im Speziallager Torgau Ankunft im Lager Workuta in der Sowjetunion

Arbeit im Bergwerksbetrieb
3.1.1949Geburt der Tochter im Lager, die ihr nach der Geburt weggenommen wird und bis zur Entlassung von Sofija Jalowezkaja in einem Kinderheim in Kaluga bei Moskau aufwächst
1953Entlassung aus der Lagerhaft
1953–1956Verbannung in Workuta

Ihr Vater findet sie. Er hatte in Moskau ein Revisionsverfahren gegen ihre Verbannung angestrengt

Heirat in Workuta, später Umzug der Familie nach Usbekistan und 1974 nach Uljanowsk an die Wolga
1999Tod des Ehemannes
2003Umzug mit ihrer Tochter und Enkelin nach Deutschland

Sie lebt heute in Potsdam

Innenministerium der Komi ASSR
Syktywkar
7. April 1992                         No. 3/17/S-Ja

Wir senden diese Bescheinigung an ... Jalowezkaja S. N.
zur Überprüfung und Beantwortung durch den Antragsteller.
Gemäß der Unterlagen des Innenministeriums der Komi ASSR … wurde Tenzer S. N. am 5. 10. 1953 aus der Einrichtung p/ja 407 entlassen und zur Ansiedlung in die Verbannung geschickt.
Die Bescheinigung über die Ansiedlung als Verbannte wird hiermit dem Antragsteller zugestellt.
Anlagen … auf zwei Seiten – die erste Adresse und der Archivnachweis auf dem ersten Blatt – die Adresse auf dem zweiten.

Abteilungsleiter … A. A. Michaltschankow



Bescheinigung des Innenministeriums der Komi ASSR über
Haftentlassung und Verbannung von Sofija Jalowezkaja

Wie ich das alles ausgehalten
habe, weiß ich nicht.
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