Biografie Heinz Schwollius
Heinz Schwollius

Heinz Schwollius
geb. 1929 in Potsdam

24.5.1929geboren in Potsdam
1943Besuch der See-Berufsfachschule der Marine in Lindau am Bodensee
1945nach Kriegsende Rückkehr nach Potsdam zur Großmutter, die bald darauf starb

Jugendleiter bei der Antifa
13.1.1946Verhaftung in Potsdam nach einer Denunziation unter dem Vorwand des Waffenbesitzes, eigenen Vermutungen zufolge jedoch wegen seiner Weigerung, in die KPD einzutreten

Zweimonatige Untersuchungshaft im Keller der Villa Rütten & Loening in der Viktoriastraße 54 (heute Geschwister-Scholl-Straße) in Potsdam
1.3.1946Verurteilung zum Tode durch Erschießen wegen angeblicher Werwolftätigkeit

Verlegung ins Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße für weitere zwei Monate
17.5.1946Erschießung der mitverhafteten Freunde, Begnadigung von Heinz Schwollius zu 10 Jahren Lagerhaft

Verlegung ins Speziallager Torgau
Nov. 1946Verlegung nach Bautzen
18.1.1954Entlassung mit schwerer Tuberkulose

Ausbildung zum Bankkaufmann und Studium der Versicherungswirtschaft in Stuttgart

Ehrenamtliche Tätigkeit in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)

Heinz Schwollius lebt heute in Stuttgart

Während der Verhöre litten die Häftlinge besonders unter der Willkür der Vernehmer und der Dolmetscher, zumal sie meistens nicht wussten, was sie verbrochen hatten und gestehen sollten.

„Der Dolmetscher, der stand ja immer hinter einem. Und wenn dem Offizier vorne etwas nicht passte, dann genügte ein Wink, und dann hat der von hinten zugeschlagen. Sie wurden also immer überrascht. Deswegen sind auch die Nerven so kaputtgegangen bei uns allen. Weil es immer unverhofft kam.“

„Es wurde nachgefragt und nachgefragt‚ ‚bis Sie die Wahrheit sagen‘, und die Wahrheit war das, was der [Verhöroffizier] wissen wollte... ‚Sie wollten spionieren. Sie haben Spionage betrieben. Sie haben Überfälle auf sowjetische Einrichtungen geplant. Sie wollten Leute umbringen...‘, und zum Schluß haben Sie gesagt: ‚Alles, ich unterschreibe alles!‘ Was Sie unterschrieben haben, wussten Sie ja nicht, war ja alles Russisch. Erst wenn der zufrieden war, dann ließen die nach. Im Nachhinein: Ich hätte alles unterschrieben.“

Namensliste

Heinz Schwollius in einer Liste inhaftierter Jugendlicher,
veröffentlicht von der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit
in West-Berlin 1952

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