Biografie Christina Schmidt-Kensche
Hermann Schlüter

Christina Schmidt-Kensche
geb. Kensche
geb. 1927 in Liegnitz

15.11.1927Geboren in Liegnitz (Schlesien)

Nach dem Krieg Abitur in Oschatz

Beginn des Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Greifswald

Ein Bekannter ihres Bruders (Dieter Teschner) versuchte, sie für die Arbeit für den Westen anzuwerben, was sie ablehnte
30.6.1948Verhaftung in der Greifswalder Mensa, weil ihr Name im Notizbuch des bereits verhafteten Dieter Teschner stand, der für das Amt Gehlen (Vorläuferorganisation des BND) arbeitete

Untersuchungshaft im Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße
9.10.1948Verurteilung zu 15 Jahren Arbeitslager wegen angeblicher Spionage

Während dieser Gerichtsverhandlung wurde die gesamte sogenannte Teschner-Gruppe verurteilt
Feb. 1949Lagerhaft in Inta (Sowjetunion)
Mai 1953Rücktransport nach Deutschland über Tapiau (ehem. Ostpreußen)
Juni – Dez. 1953Aufgrund des Aufstandes am 17. Juni in der DDR wurden die zur Entlassung vorgesehenen Lagerhäftlinge in Tapiau festgehalten
Dez. 1953Entlassung über ein Auffanglager bei Cottbus nach Gardelegen, wo die Eltern wohnten
1954Da sie ihr Studium in der DDR nicht fortsetzen durfte, ging sie nach Bonn, um dort das Studium wieder aufzunehmen

Christina Schmidt-Kensche lebt heute in Berlin

„Wir kriegten einen Strohsack und wir kriegten eine Decke, die nahmen sie uns morgens aber wieder weg. Und man durfte aber die Hände nicht unter die Decke stecken. Wir mussten – da hat der uns jedes Mal wach geklopft – uns so hinlegen, dass die Arme draußen waren.“

Heimkehrerbescheinigung für
Christina Schmidt-Kensche

Als wir verurteilt wurden, diese Urteile haben
wir natürlich überhaupt nicht ernst genommen.
Ich weiß noch, dass wir über diesen Hof gegangen
sind und laut gelacht haben. 15 Jahre,
das konnte sich doch niemand vorstellen.
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