Biografie Gerda Müller
Gerda Müller

Gerda Müller
geb. Koeck
geb. 1928 in Stendal

15.4.1928Geboren in Stendal

Ausbildung zur Verwaltungsangestellten
7.11.1947Verhaftung in einem Stendaler Tanzlokal aufgrund der Denunziation eines ebenfalls verhafteten westlichen Agenten

Untersuchungshaft in Magdeburg und Potsdam, davon sechseinhalb Monate im Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße
15.4.1948Verurteilung zu 15 Jahren Lagerhaft wegen angeblicher Spionage
1948–1950Haft in Sachsenhausen
1950–1955Haft im Frauengefängnis Hoheneck
31.12.1955Entlassung nach Stendal, nach einem Monat Flucht nach Westberlin

Sie lebte lange in München und arbeitete als Sekretärin beim Max-Planck-Institut

Gerda Müller wohnt heute in Rotenburg/Wümme

Frau Müller glaubt, verhaftet worden zu sein, weil sie einem fremden Mann ihre Adresse gab:

„Ich wurde gefragt nach dem Weg, nach einer Straße, irgendwann im Mai ’47. Und dann hab’ ich gesagt: ‚Ach, wissen Sie, bevor ich Ihnen das alles erkläre … wir haben ja den gleichen Weg …‘ Ach so, und der sagte, dass er aus Ostpreußen ist und seine Familie sucht, und das wäre der einzige Anhaltspunkt, um von seiner Familie was zu erfahren. Da wohne ’ne Freundin von ihm. Na ja, und als wir da ankamen, da sagte ich zu ihm: ‚Sie sehen ja, hier wird alles geräumt, hier zieht der Russe ein, hier können wir nicht stehenbleiben …‘ Und dann hat er gesagt, nein, er geht mit zurück, und dann geht er morgens zur Kommandantur, zur russischen Kommandantur, und wird fragen, wo er die Leute finden könnte. Und dann habe ich gesagt: ‚Ja, tun Sie das mal, der Kommandant hat von 11 bis 12 Sprechstunde.‘ Der hatte Sprechstunde für Deutsche. Ja, und das war alles. Und dann sagte ich: ‚Und was machen Sie dann?‘ Ja, dann geht er zurück in die amerikanische Besatzungszone. Und dann sagte ich ihm noch: ‚Ach, dann schreiben Sie mir doch, wie Sie über die Grenze gekommen sind.‘ Na ja, und dadurch hatte er meine Adresse gehabt. Er hat dann nachher [als die beiden sich im Gefängnis wieder begegneten] bloß mal zu mir gesagt, er ist furchtbar geschlagen worden, und dann hat er gesagt, dass er mich anwerben wollte …“

Und dann sagte ich ihm noch:
‚Ach, dann schreiben Sie mir doch, wie
Sie über die Grenze gekommen sind.‘
Na ja, und dadurch hatte er meine
Adresse gehabt.
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