Biografie Günther Wolf
Günther Wolf

Günther Wolf
geb. 1923 in Wurgwitz
gest. 2005

6. 12. 1923Geboren in Wurgwitz bei Dresden
1940Freiwillige Meldung als Offiziersbewerber zur Luftwaffe
1941„Notabitur“ und Einsatz bei der Luftwaffe

Englische Kriegsgefangenschaft
Sommer 1947Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft und dauerhafte Rückkehr in die SBZ, wo seine Familie lebt

Erneutes Absolvieren des Abiturs in einem Heimkehrerlehrgang (zusammen mit Ottmar Kreißl)

Verlobung
Feb. 1948Verhaftung unter dem Vorwurf der Spionage

Nach kurzen Haftaufenthalten in Radebeul und Magdeburg Verlegung in das Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße
25. 5. 1948Verurteilung zu 25 Jahren Gefängnishaft (zusammen mit Ottmar Kreißl)
1948 – 1956Gefängnishaft in Bautzen und Brandenburg
Aug. 1956Entlassung und sofortige Übersiedlung nach Westdeutschland

Er arbeitete bis 1982 als Pilot bei der Lufthansa
2005Günther Wolf stirbt

Günther Wolf beschreibt den Karzer im Keller des Gefängnisses Potsdam-Leistikowstraße:

„Es war ein Raum mit einer Grundfläche von maximal einem Quadratmeter. Der Gefangene musste sich nackt ausziehen, in den Karzer hineintreten, in dem sich auf dem Boden etwa 8 bis 10 Zentimeter hoch kaltes Wasser befand. Die Tür wurde verschlossen, und der Gefangene stand darin. Umfallen konnte er nicht, denn wenn ihm die Knie einknickten, dann stießen sie vorn gegen die Tür und der Hintern klemmte an der nassen Wand. Es gab nichts zu essen, die Notdurft lief an den Beinen hinab in die kalte Brühe und das war’s. Aus unserer Zelle wurde ein Gefangener mit Namen Althans, der später zu uns gekommen war, für drei Nächte und zwei Tage dort hineingestellt. Als man ihn am Morgen des dritten Tages wieder in unsere Zelle schleifte, haben wir diesen Menschen kaum wiedererkennen können. Es war grausam.“

Im Jahr 1998 veröffentlichte Günther Wolf
seine Lebenserinnerungen

Hätte man mich zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, dann hätte ich wenigstens einmal darüber nachgedacht, womit
ich diese Leute eigentlich so maßlos verärgert haben könnte,
dass sie mich mit einer solch harten Strafe belegen.
... Dass mit Bautzen und Brandenburg schließlich 8 1/2 Jahre
daraus werden könnten, hätte ich nie gedacht.
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