Biografie Sofie Luise Meise
Sofie Luise Meise

Sofie Luise Meise
geb. Haupt
geb. 1921 in Dresden
gest. 2008

26.9.1921Geboren in Dresden

Ausbildung an einer Sprachenschule in Hamburg (Englisch und Spanisch)
1942Tätigkeit als Sprachenkundige beim Oberkommando der Wehrmacht in Berlin
1944Heirat
1945Geburt der Tochter

Nach dem Krieg lebte sie mit ihrer Tochter bei ihrer Familie in Dresden
28.11.1947Verhaftung vermutlich aufgrund häufiger Besuche in Westdeutschland bei ihrem sich dort aufhaltenden Ehemann und anderen Familienangehörigen und Bekannten

Einmonatiger Gefängnisaufenthalt in Radebeul
Jan. 1948Verlegung ins Gefängnis Potsdam-Leistikowstraße
13.8.1948Verurteilung zu 20 Jahren Arbeits- und Erziehungslager wegen angeblicher Vorbereitung zum Aufstand mit Waffengewalt

Zwischenaufenthalt im Lager Sachsenhausen
16.10.1948Deportation ins Straflager Potma (Sowjetunion)
1949In Abwesenheit wird sie von ihrem Mann geschieden
16.10.1955Entlassung nach Dresden

Kurze Zeit später zog sie nach München

Berufliche Tätigkeit in der Marketingabteilung der Allianzversicherung
7.4.2008Sofie Luise Meise stirbt.

Sofie Luise Meise über die Umstände ihrer Verhaftung. Sie wurde unter einem Vorwand ins Auto gelockt:

„Und wie ich zurückgehen wollte, da stand so ein Auto mit einem Uniformierten und einem Zivilmenschen, und der Zivilmensch fragte mich, ich stamme doch aus dem Ort, ob ich ihnen nicht den Weg zum Rathaus zeigen könnte und ob ich mit ihrem Auto nicht mitfahren könnte, um ihnen den Weg zu zeigen. Und ich bin eingestiegen und dachte, ja sicher, da komme ich schneller nach Hause. Wir wohnten neben dem Rathaus. Das haben die natürlich vorher erfahren von der Polizei. Aber ich bin da eingestiegen und habe mir nichts Böses dabei gedacht. Und wie ich dann sagte, jetzt müssen wir hier abbiegen, da sagte er die klassischen Worte: ‚Der Chauffeur weiß den Weg.‘ Die Fahrt verlief schweigend, dann fuhren wir durch Dresden, dann nach Radebeul in so ein Russentor. Und da dachte ich – das war irgendwie noch abenteuerlich. Ich habe mir nichts Böses gedacht.“

Meine kleine Tochter war gerade zwei Jahre alt geworden, und ich war ja sozusagen verschwunden,
kein Mensch wusste, wo ich war, ganze lange Jahre.
Meine Eltern haben sich natürlich sehr gekümmert,
aber denen wurde gesagt: ‚Ihre Tochter hat sich nach
Westen verflüchtigt, die ist ausgerissen‘.
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